Sie hatte einmal kurzzeitig eine Amme. Dickes Fell, ein weicher Schwanz, der ihren kleinen Körper sicher umhül…
Sie hatte einmal kurzzeitig eine Amme. Dickes Fell, ein weicher Schwanz, der ihren kleinen Körper sicher umhüllte. Unter dem Vollmond konnten selbst die scharfen Windklingen der Wüste ihr nicht nahe kommen.
Auf den Dünen versammelten sich viele Kreaturen, die wie ihre Amme aussahen. Sie streckten ihre Hälse, heulten einer nach dem anderen und proklamierten diesen Ort als ihr Territorium.
Mit zarter Stimme, sich mit aller Kraft anstrengend, stimmte sie ein und ließ ein lautes Heulen ertönen.
Später wurde sie von He Youqu zurück ins Marefeld-Dorf gebracht.
Zum ersten Mal lernte sie, dass Menschen Felle tragen, warmes Essen zu sich nehmen müssen; dass es neben dem Überleben noch andere Dinge gibt, die man tun muss.
He Jin beobachtete die Menschen von Marefeld-Dorf, wie sie in Brunnen ein- und ausgingen und ihr ganzes Leben damit verbrachten, die auf einer einzigen Karte markierte Wasserquelle zu suchen.
He Youqu brachte ihr bei, wie ein Mensch zu leben, lehrte sie die Versprechen zwischen Menschen, die Überzeugungen in ihren Herzen.
Sie lernte, ein Mensch zu sein.
Aber Wind und Sand hatten schon immer einen großen Appetit.
Ein Sandsturm brach herein, der Brunnen stürzte ein, und alle weinten gemeinsam.
Sie wurde in den Armen eines Dorfbewohners gehalten, während sie in Panik flohen. Sand und Steine stürzten schwer herab und schnitten He Youqu von ihr ab.
Als sie am Jade-Tor-Pass umherirrte, hatte sie gesehen, wie Sand viele Dinge verschlang. Groß und klein, tot und lebendig. Versprechen, Überzeugungen, von Mensch zu Mensch... am Ende konnten sie dem Wind und Sand doch nicht standhalten.
Sicherlich ist Überleben das Wichtigste?