Kun der Jüngste war ein guter Mann. Jeder, der jemals seine Güte erfahren hatte, sagte das. Kun der Jüngste wa…
Kun der Jüngste war ein guter Mann. Jeder, der jemals seine Güte erfahren hatte, sagte das.
Kun der Jüngste war auch ein seltsamer Mann. Und niemand, der seine Güte kannte, würde das abstreiten.
In der Tat war Kun der Jüngste sowohl gut als auch seltsam, aber so war er nicht geboren worden.
Einmal war er ein kleiner Bettler gewesen, der durch das Land streifte, kaum halb so groß wie ein erwachsener Mann und ohne nennenswerte Fähigkeiten. Jeder, der ihn nicht mochte, konnte ihn beiseite stoßen, und er wehrte sich nie. Gegen alle Widrigkeiten überlebte er, vom Wind geschlagen, vom Regen durchnässt, und unterwegs lernte er ein paar Tricks, um am Leben zu bleiben.
Zum Beispiel Pulver, die einen Mann unkontrollierbar jucken ließen. Feuerwerkskörper, die Verfolger erschreckten und stolpern ließen. Kleinigkeiten, über die andere spotteten, aber für ihn waren sie Rettungsanker.
Doch selbst Rettungsanker können manchmal reißen.
Als Ni Laoshan ihn zum ersten Mal fand, war der Junge schwer verletzt, sein Blut vermischte sich mit Regenwasser, als er sich wie eine Ratte in einem Bambuskorb zusammenrollte.
Also trug Ni Laoshan diese kleine Ratte zurück in den unterirdischen Geisterlicht-Markt, wo selbst Ungeziefer Unterschlupf finden konnte.
Dort fand Kun der Jüngste sein Zuhause.
Da er die eisige Kälte des Regens kannte, trug er stets Mitgefühl in sich. Er bastelte skurrile Geräte und lehrte andere zu überleben, was ihm den Ruf als "gut" einbrachte.
Aber die Stürme seiner Vergangenheit waren tief. Er verbarg sein wahres Herz hinter Streichen und Lachen, was ihm das Etikett "seltsam" einbrachte.
Kun der Jüngste war gut und seltsam, weil das Leben ihm keine andere Wahl gelassen hatte.