Auf dem Heiligenschein-Gipfel brach das Sonnenlicht durch die Buddhas Licht-Jade und zerstreute sich in schweb…
Auf dem Heiligenschein-Gipfel brach das Sonnenlicht durch die Buddhas Licht-Jade und zerstreute sich in schwebenden Regenbogenfarben. Dort stand ein Chan-Meister, halb in Mönchsgewändern und halb in Kampfkleidung gehüllt, mit einem Khakkhara-Stab in der Hand, unbeweglich wie eine der unzähligen Buddha-Statuen.
Du hattest gehört, dass dieser Meister längst seinen Namen geändert hatte und nach Norden gereist war, doch ausgerechnet hier, an diesem Ort, begegnetest Du ihm unerwartet. Sein Gesicht unter der Maske war völlig undurchdringlich; aus der Ferne hörstest Du nur seine Stimme, klangvoll wie eine Tempelglocke, die fragte: "Junger Gönner, möchtest Du meine falsche Form, meine Dharma-Form oder meine wahre Form sehen?"...
Der Meister gab keine Antwort, sondern murmelte den Namen Buddhas vor sich hin. In diesem Augenblick schien ein heulender Wind hinter ihm aufzusteigen, und die Silhouette eines gewaltigen Buddhas erschien. "Die drei Formen zu betrachten, ist nicht so tiefgründig wie das Formlose", hallte die tiefe, klangvolle Stimme des Meisters direkt an Deinem Ohr. Hinter ihm faltete der große Buddha seine Hände, und Wind und Sand verschlangen seine Gestalt vollständig. Als sich Wind und Sand legten, badete nur noch das Sonnenlicht den Heiligenschein-Gipfel. Die Regenbogen blieben unverändert, als ob der Chan-Meister niemals dort gewesen wäre. Du konntest nicht umhin, Dich zu fragen, ob dieser formlose, ungebundene Mann wirklich nach Qinghe zurückgekehrt war. Oder war diese ganze Reise nicht mehr als ein Traum gewesen, der Dir nichts als eine Halluzination hinterließ?