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So lange Li Zhenzhen sich erinnern kann, ist ihre Welt in Dunkelheit gehüllt. Von Geburt an blind, ist ihr die…

So lange Li Zhenzhen sich erinnern kann, ist ihre Welt in Dunkelheit gehüllt. Von Geburt an blind, ist ihr die einfache Freiheit genommen, so zu leben wie andere. Gestoßen, verflucht, verachtet – ihr Leben ist geprägt von der grausamen Behandlung durch andere. All das lässt sich in einem kleinen Beutel mit Kupfermünzen zusammenfassen, dem Preis ihres Schicksals. Aufstand ist ein Gedanke, den sie nie hegt. Sie hat noch nie etwas von Aufstand gehört. Für sie scheint jeder auf die gleiche Weise zu leben, wie wurzellose Schilfrohre, die ziellos auf einem weiten, gleichgültigen Fluss treiben, von den Strömungen des Schicksals getragen, bestimmt, in seinen Tiefen zu versinken. Also sagte sie nichts, als sie als Dienerin und Sklavin an diese Familie verkauft wurde. Als sie einem kranken, wahnsinnigen Mann versprochen wurde, sagte sie nichts. In ihrer Hochzeitsnacht, als die Menge mit Messern in der Hand näher kam, blieb sie stumm. Sie senkte einfach den Kopf und bot ihren zerbrechlichen Hals dar, wie ein Schaf, das auf die Schlachtbank wartet. Doch in diesem Moment der Hilflosigkeit fing eine andere Klinge die Messer ab. Ein junger Mann drückte ihr ein Kurzschwert in die Hand, und in diesem Augenblick erkannte sie, dass es einen anderen Weg gab. Die Menschen, die sie einst quälten, knieten nun vor ihr und zitterten beim Anblick der Klinge in ihrer Hand, so wie sie einst vor ihren gezittert hatte. Später fragt jemand die Mondgöttin, warum sie den Weg einer Schwertkämpferin wählt. Sie antwortet nie. Stattdessen berührt sie sanft ihr Schwert. Es ist das einzige Werkzeug, das sie je gebraucht hat, um in dieser Welt zu überleben.

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