Gu Le hätte sich niemals vorstellen können, dass es so mit Qiu Yuehai enden würde. Genauso wenig, wie er sich …
Gu Le hätte sich niemals vorstellen können, dass es so mit Qiu Yuehai enden würde.
Genauso wenig, wie er sich je hätte träumen lassen, dass sie überhaupt Busenfreunde werden würden.
Ihre Freundschaft hatte auf unerwartete Weise begonnen und endete nun ebenso unerwartet – so launisch ist das Schicksal, unberechenbar für den Menschen.
Alles begann mit der Bitte des Mädchens, bevor sie ging: Sag Qiu Yuehai nichts.
Es war nicht so, dass sie sich gestritten hätten. Sie wollte ihn nur nicht in Gefahr bringen. „Wenn Bruder Yuehai es wüsste, würde er mir kopflos nachstürmen“, hatte sie lachend gesagt.
„Aber du – du warst immer zurückhaltend.“
Ja. Zurückhaltend. Und so bewahrte Gu Le, wie immer zurückhaltend, ihr Geheimnis. Sah ihr beim Gehen zu. Verlor dann jede Spur von ihr.
Der Aufenthaltsort des Mädchens wurde ein Rätsel – eines, das er Qiu Yuehai nicht mitteilen konnte.
Warum? Erstens hatte er es versprochen. Zweitens lastete die Schuld zu schwer auf ihm.
Er hatte vorgehabt, die Wahrheit zu enthüllen, sobald er selbst Antworten fand. Als sich Qiu Yuehai also abwandte, schwieg Gu Le und verschwand allein in die Jianghu.
Jahre später, nach unsäglichen Strapazen, fand er endlich die Antwort.
Doch als er die Gebeine des Mädchens behutsam in seine Arme nahm, wurde ihm klar, dass die Wahrheit noch schwerer zu gestehen war als das Rätsel selbst.
Manche Lügen werden zu lebenslangen Lasten.
Alles, was er tun konnte, war, Qiu Yuehai wütend gehen zu sehen, einen langen Seufzer auszustoßen und die Bitterkeit der Geschichte in seinem eigenen Herzen zu begraben.