Du Qian hatte Geld geliebt, so lange er sich erinnern konnte. Nun... wer tat das nicht? Der Unterschied war, d…
Du Qian hatte Geld geliebt, so lange er sich erinnern konnte. Nun... wer tat das nicht?
Der Unterschied war, dass er es ein wenig zu sehr liebte. Seine Eltern versuchten alles – Prügel, Schimpfen und Vorträge –, bis sie ihm schließlich eine Regel einbläuten: Das Geld anderer Leute war tabu. Nicht stehlen. Nicht rauben. Nicht betrügen.
Was ihn vor ein Problem stellte. Wenn all das verboten war, wie konnte er dann am schnellsten legal Geld verdienen? Du Qian grübelte Tag für Tag darüber nach. Die Gesetzbücher sagten nichts darüber aus, wie weit ihre Zuständigkeit reichte. Und Beamte? Noch nie einen gesehen.
Also begann er, die Grenzen auszutesten. Ein Kieselstein im Tausch für den Kandierten Weißdorn seiner kleinen Schwester. Hier ein manipuliertes Spiel, fünf Münzen rein, zwanzig zurück bis zum Einbruch der Nacht.
Du Qian wurde klar, dass er vielleicht ein Talent für diese Art von Dingen hatte. Dennoch hallten die Worte seiner Eltern zu laut in ihm nach, also gab er dem kleinen Mädchen, das er betrogen hatte, unter dem Schutz der Nacht einen frischen Kandierten Weißdorn zurück.
Er dachte noch intensiver darüber nach. Gute Leute zu betrügen, war Betrug. Doch schlechte Leute zu betrügen, das war, den Reichen zu nehmen, um den Armen zu helfen.
Dann tauchte eine Gruppe von Wanderern im Dorf Brokegate auf. Du Qian entschied sich und richtete ein Glücksspielbrett auf.
Wanderer waren nicht unbedingt gute Leute, und Glücksspiel bedeutete nicht immer Gewinnen, oder?
Logik intakt.
Geld zu verdienen ist keine schäbige Arbeit!