Wang Xiaoshou war nie ein Musterschüler gewesen. Wenn der Lehrer monoton vor sich hin redete, nickte er in der…
Wang Xiaoshou war nie ein Musterschüler gewesen.
Wenn der Lehrer monoton vor sich hin redete, nickte er in der ersten Reihe ein und wurde nach hinten geschickt, um "nachzudenken". Doch selbst im Stehen machte das keinen Unterschied – er konnte genauso gut im Stehen schlafen.
Bis auf diesen einen Tag. An diesem Tag blieb er wach. Draußen vor dem Fenster hatten der alte Nachbar und der von oben ein Schachbrett ausgebreitet und eine Partie begonnen.
Wang Xiaoshou reckte den Hals, die Augen leuchtend, als hätte sich eine verborgene Welt vor ihm aufgetan. Er schaute zu, bis der Unterricht zum Erliegen kam, bis seine Klassenkameraden ihre Sachen packten und gingen. Dann, ohne zu zögern, kletterte er aus dem Fenster und plumpste neben das Brett.
Schach zu lernen war auch langweilig, aber immer noch besser als Bücher und Vorträge. Nachdem er eine Weile den Unterricht geschwänzt hatte, beschloss er schließlich zurückzukehren, nur um den Meister mit seinen Taschen davongehen zu sehen. Die Schule wurde geschlossen.
Das zurückerstattete Schulgeld lag schwer in Wang Xiaoshous Hand. Er wusste nicht, wohin er gehen sollte.
Es fühlte sich an, als wäre das einzige, was ihm noch blieb, dieses Schachbrett.