Die Meinungen über Yu Xiaoyao sind so gespalten wie der Wind. Einige verehren sie für ihre atemberaubende Sch…
Die Meinungen über Yu Xiaoyao sind so gespalten wie der Wind.
Einige verehren sie für ihre atemberaubende Schönheit, andere verabscheuen sie für ihre vermeintliche "Wankelmütigkeit". Doch die meisten fanden sich zwischen diesen beiden Polen hin- und hergerissen, völlig ratlos.
"Ratlos? Was geht mich das an?" Als ein Page die Gerüchte überbrachte, schminkte sich Yu Xiaoyao vor dem Spiegel. Ein leichtes Lächeln spielte um ihre Lippen, doch ihre Hand zitterte nicht, jeder Strich war präzise, bis ihre Augen wie Herbstflüsse glänzten und ihre Brauen sich wie ferne Berge wölbten – ein Anblick, der jedes Herz raubte.
Dann erhob sie sich, glitt an den Blicken vorbei und hinterließ nur Duft und Sehnsucht.
Gerüchte, Spekulationen, neugierige Blicke... all das bedeutete ihr nichts. Nur eine Frage war wirklich von Bedeutung: Was genau war diese Sache namens Liebe?
Es musste etwas Kostbares sein. Warum sonst hätte ihre Mutter ihre junge Tochter verlassen, alles aufgegeben, sogar ihr Gesicht verändert, nur um dafür zu sterben?
Älter geworden, suchte sie den Mann auf, der die Träume ihrer Mutter heimgesucht hatte. Und war zutiefst enttäuscht.
Der Mann war grob, langweilig. Als er blutend am Boden lag, konnte sie keine einzige gute Eigenschaft an ihm finden.
Liebe war kein Schatz. Sie war ein Fluch. Einer, der den Menschen Verstand und Selbst raubte.
Also begann Yu Xiaoyao eine Reise, um die Liebe zu studieren. Anfangs zeigte sie nie ihr wahres Gesicht. Mit dem Talent ihrer Mutter zur Verkleidung gesegnet, konnte sie jeden mit ein paar Pinselstrichen nachahmen. Sie gab sich als Geliebte aus, lauschte ihren Schwüren, beobachtete ihre Leidenschaft, nur um sich zu langweilen. Alle Verliebten werden am Ende zu Narren, erkannte sie, ihre Dummheit war unabhängig von Klasse und Status. Später, als sie den Hunger in den Augen der Männer bemerkte, wenn sie sie ansahen, ließ sie ihre Masken fallen und lächelte offen, nur um sich erneut zu langweilen. Liebe, so schloss sie, war zerbrechlich, oberflächlich und kraftlos.
Jetzt... jetzt war sie so, wie man sie sah. Wärme spendend, aber nie Hingabe, Freude an Spielen, aber nie sich selbst verlierend. Sie studierte Herzen, analysierte Sehnsüchte, immer noch auf der Suche nach einer Antwort.
Manchmal, während sie ihr Gesicht schminkt oder liebeskranken Verehrern zulächelt, erzählt sie Geschichten von ihrer Reise.
Sie möchte, dass sie verstehen: Die Welt ist weit, aber die Liebe ist flüchtig, also verliert nicht eure Seele für sie.