In der Grünen Wildnis regten sich seltsame Dinge zu Mitternacht. Die Dorfbewohner flüsterten von einem kopflos…
In der Grünen Wildnis regten sich seltsame Dinge zu Mitternacht. Die Dorfbewohner flüsterten von einem kopflosen General, mit dem Schwert in der Hand, der lautlos im Generalsschrein tanzte. Seine Klinge, so sagten sie, glänzte wie Frost im Mondlicht. Einige behaupteten, sie hätten das Zerbrechen von Tongefäßen tief im Schrein gehört. Und am Morgen erschienen Weinkrüge im Schrein, als wären sie aus der Luft beschworen worden.
Der Schrein war einst ein heiliger Ort gewesen, erbaut zu Ehren eines Generals, der den Khitan standgehalten hatte. Er hätte von feierlichen Gebeten widerhallen sollen, ein Ort der Ehrfurcht und des Gedenkens. Doch seit die Statue darin ihren Kopf verloren hatte, wurden die Gerüchte über Geister und Flüche nur lauter.
Von Neugier oder vielleicht bloßer Dummheit getrieben, begann ein Dorfbewohner aus der Nähe, sich nachts hinauszuschleichen, in der Hoffnung, die Wahrheit selbst zu entdecken. Er behauptete, flackernde Schatten gesehen zu haben, mehr als einen, die gerade außer Reichweite tanzten. Doch als er hineinraste, war der Schrein leer, still wie ein Grab. Mit der Zeit wurde seine Geschichte abgetan. Einige sagten, er habe sich alles nur eingebildet, zu verängstigt, um auch nur die Tore zu passieren. Wie so viele andere wurde seine Erzählung vom Zweifel verschluckt, ihre Wahrheit bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Nun steht der Schrein, von der Zeit gezeichnet und dem Verfall überlassen, einsam in der Wildnis.