Sein erstes Schwert war sein eigenes Fleisch und Knochen. Als die Funken des Krieges über das Dorf niederginge…
Sein erstes Schwert war sein eigenes Fleisch und Knochen.
Als die Funken des Krieges über das Dorf niedergingen, entzündeten sie einen alles verzehrenden Höllenbrand.
In der panischen Flucht der Menge erinnerte er sich allein an seine Schwester, die einsam in ihrem Heim zurückgelassen wurde.
Der Türriegel war für ein bloßes Kind viel zu schwer.
Und so schlug in ihm zum ersten Mal ein Wunsch Wurzel: die Sehnsucht nach einem Schwert.
Der Himmel, natürlich, würde kein Schwert aus dem Nichts gewähren.
Also benutzte er seinen eigenen Körper und zerschmetterte den Riegel mit der rohen Kraft seines Körpers.
Mit Händen, die wie Brenneisen glühten, packte er seine Schwester und stürzte sich in einen rücksichtslosen Sprint.
Sein zweites Schwert war ein verdorrter Ast.
Seine Schwester antwortete selten, doch er wusste, dass seine Worte sie erreichten.
Er teilte ihr den Wunsch seines Herzens mit: Er wollte ein Schwert.
"Schwester, ein Schwert ist lang und scharf, etwas, um Menschen zu beschützen!"
So brachte sie ihm an einem anderen Tag einen Ast, einen außergewöhnlich geraden und scharfen.
So groß war seine Freude, dass er mit seinem "Schwert" an die Truhe geklammert schlief.
Bis zu jenem Tag, als irgendein Wort von ihr, niemand wusste welches, die Dorfbewohner, die ihr Exil teilten, beleidigte.
Sie erhoben sich geschlossen gegen sie und entblößten die Bosheit in ihren Herzen:
"Was nützt es, so eine Närrin mitzuschleppen!"
"Stumm und gebrechlich, wie sie ist, wird sie nicht lange durchhalten. Besser, sie wird Futter für die Wölfe!"
Er stand fest vor ihr und richtete sein hölzernes Schwert auf die Menge. "Ich werde sie niemals verlassen!"
Später führte Mutter Halcyon ihn in die Berge, um bei ihr zu lernen. In ihrem unerbittlichen Sparring zerbrachen sie neunundvierzig Klingen.
Rabe, der Vater, sah mit einem Seufzen und Kopfschütteln zu. Er schmiedete schließlich zwei Klingen aus Lapislazuli, eine für ihn und eine für seine Schwester.
Er schätzte es über alles. Vor seiner Sippe schwor er einen feierlichen Eid: "Ich werde es mit meinem Leben hüten. Solange das Schwert bleibt, werde auch ich bleiben!"
Mutter gab ihm einen scharfen Klaps auf den Kopf. "Was 'Leben für ein Schwert'? Du stellst den Karren vor das Pferd! Ein Schwert ist nur ein Werkzeug, um Menschen zu schützen!"
Ach, das Schicksal wollte es anders.
In jenem katastrophalen Höllenbrand wurde selbst die Himmelsstadt, die krönende Errungenschaft der Mohisten, wie eine verfallene Hütte zerschmettert.
Mit Händen, die wie Brandmale glühten, packte er seine Schwester und floh kopflos, doch diesmal überholten ihn die Flammen.
So brach er sein erstes Gelübde: Er warf seine Schwester aus der Hitze.
Bald folgte das zweite: Das Geschenk seines Vaters, das Schwert, zerbrach in der Explosion, bevor er fallen konnte.
...
Inmitten der beständigen Dunkelheit und Qual kämpfte er darum, seine Augen zu öffnen, und traf eine finale Entscheidung.
Sein finales Schwert würde sein eigenes Fleisch sein.