Nur wenige kennen die Wahrheit über den Sargträger-Herrn. Sie sind nicht Meister und Diener – sondern Vater un…
Nur wenige kennen die Wahrheit über den Sargträger-Herrn. Sie sind nicht Meister und Diener – sondern Vater und Sohn. Einst ein stolzes und mächtiges Duo, wurden sie vom Goldenen Pavillon gefangen genommen und gewaltsam zu schlafenden Puppen umgeformt. Durch eine seltene Fügung des Schicksals konnten sie ihr Bewusstsein bewahren. Doch leider waren die Knochen des Sohnes irreparabel zerschmettert, sodass er fortan in einem Sarg leben musste, während der Vater seine Stimme verlor und stumm wurde. Für Außenstehende schien es, als gäbe die Stimme im Sarg Befehle an seinen Träger. So wurden sie als der Sargträger-Herr bekannt.
Doch die beiden haben ihr Schicksal als Puppen des Goldenen Pavillons nie akzeptiert. Während des Chaos beim Einmarsch des Goldenen Pavillons in Qinghe nutzten sie die Gelegenheit und kämpften sich in die Freiheit. Der Vater trug seinen Sohn auf dem Rücken und wehrte eine Verfolgerwelle nach der anderen ab, bis sie schließlich zu einem Haufen verlassener Särge flohen, die einst für gescheiterte Experimente verwendet worden waren. Seitdem haben sie immer wieder versucht, den Körper des Sohnes mit weggeworfenen Materialien wieder aufzubauen, doch der Erfolg blieb ihnen bisher verwehrt.
In tiefer Nacht, wenn alles still ist, fragt der Sohn manchmal aus dem Sarg heraus:
"Vater, glaubst du, wir könnten jemals wieder wie früher Pferde reiten, Hunde ausführen und gemeinsam jagen gehen?"
Sein Vater sagt nichts. Er legt nur eine wettergegerbte Hand auf den Sargdeckel und verharrt schweigend an seiner Seite.