Es war einmal eine ältere Frau, die in die Klinik der Ewigen Fürsorge gebracht wurde. Ihre Kinder waren schon …
Es war einmal eine ältere Frau, die in die Klinik der Ewigen Fürsorge gebracht wurde. Ihre Kinder waren schon lange nach Kaifeng gezogen, und als die Krankheit zuschlug, war niemand mehr da, der sich um sie kümmerte. Die Dorfbewohner, hilflos und unsicher, was sie sonst tun sollten, brachten sie in die Klinik. Als sie Doudou sah – den Jungen, der ihr die Medizin brachte – lächelte sie und drückte ihm eine Handvoll süßer Bonbons in die Hand. Er erinnerte sie an ihren Enkel. Niemand wusste warum, aber von diesem Tag an besuchte Doudou sie jeden Tag. Er saß an ihrer Seite, unterhielt sich mit ihr und brachte sie zum Lachen. Als Yaoyao ihn fragte, warum er das tue, antwortete Doudou einfach: „Sie ist nett. Vielleicht... vielleicht ist sie jemand, den ich verloren habe – ein Verwandter, vielleicht.“ Yaoyao kannte die Wahrheit: Doudou hatte keine Familie. Er war ein Waise, den Schicksalloser Tian aufgenommen hatte. Aber Schicksalloser Tian hatte deutlich gemacht – das sollte man dem Jungen gegenüber nie erwähnen. Also seufzte Yaoyao nur und ließ es dabei bewenden.
Doudou glaubte, dass Schicksalloser Tian jeden heilen konnte. Er war der größte Heiler der Welt, und sicherlich konnte er die ältere Frau wieder gesund machen. Doch nur einen Monat später verstarb sie.
Schicksalloser Tian fand Doudou allein am Teich sitzen, die Arme fest um seine Knie geschlungen. Schicksalloser Tian setzte sich neben ihn und sprach sanft: „Geburt, Alter, Krankheit und Tod... sie sind alle Teil des Lebensweges.“ Aber Doudou verstand es nicht. Wenn der Tod ohnehin kommt, was war dann der Sinn eines Heilers? Schicksalloser Tian antwortete nicht. Stattdessen griff er in seinen Ärmel und holte ein kleines, in Papier eingewickeltes Päckchen hervor – Bonbons. „Sie wusste, dass ihre Zeit knapp war“, sagte Schicksalloser Tian, „aber du hast sie zum Lachen gebracht. Du hast ihr die Angst genommen. Das war ihre Art, Danke zu sagen.“ Doudou nahm das Päckchen in seine kleinen Hände, und zum ersten Mal, seit sie gegangen war, weinte er.