Pei Wenyuan liebte es, den Geschichten der Veteranen über Chang'an zu lauschen. Er stellte sich die sanften Bä…
Pei Wenyuan liebte es, den Geschichten der Veteranen über Chang'an zu lauschen.
Er stellte sich die sanften Bäche vor, die die Brise und das Mondlicht an eleganten Pavillons und prächtigen Hallen vorbeitrugen.
Man sagte, die Lotusblume sei schön, aber nicht zu vergleichen mit der exquisiten Pfingstrose, der "Schönheit der Nation".
Pei blickte nach unten. Er hatte noch nie eine Pfingstrose gesehen, ja noch nicht einmal Chang'an besucht.
"Eines Tages möchte auch ich Chang'an sehen", sagte er, während seine Augen vor Hoffnung leuchteten.
Doch im Rauch und Blut des Krieges flackerte dieses Licht, zerbrechlich und schwach.
Blut blühte auf den Körpern aller Soldaten, Freund wie Feind.
"Ist die Farbe der Pfingstrose... wirklich so lebhaft?"
"Ist ihr Duft... ebenso intensiv?"
"Ist ihre Wärme... so heftig brennend?"
Als Blut aus seinem Hals floss, spürte Pei, wie sein Leben schnell dahinschwand.
Sein Blut entfaltete sich zu einer Pfingstrose.
Das Letzte, was er sah, war das Rot, das vor seinen Augen verspritzte, wie Frühlingsblumen, die in den Gärten von Chang'an im Wind schwankten, voller Leben und vergänglicher Schönheit.