In dem Moment, als Xiao Shi das Anwesen der Xiao floh, blickte er nach vorn zu dem Mann aus dem Jianghu, der i…
In dem Moment, als Xiao Shi das Anwesen der Xiao floh, blickte er nach vorn zu dem Mann aus dem Jianghu, der ihm bei der Flucht half, und hinter sich zu den Dienern, die ihn verfolgten, und er lachte. Der Wind rauschte an seinen Ohren vorbei, seine Roben flatterten wild. Es gibt eine Art Illusion, die entsteht, wenn man gegen den Wind rennt, eine Illusion der Freiheit. Er fühlte sich wie ein Vogel, der aus seinem Käfig befreit wurde. Nicht in den Himmel fliegend, sondern in den Jianghu.
Er machte nur einmal Halt auf dem Weg zur Freiheit, am Anwesen der Shen.
Er mochte keine Orte, an denen der Wind sich nicht regte, und das Anwesen der Shen war eindeutig einer davon. Der hintere Hof, in dem die junge Dame der Shen-Familie residierte, war viel zu leblos. Er erinnerte sich an das Lächeln, das sie immer trug, wenn sie sich trafen, immer das gleiche, niemals verändernd. Sie war hübsch, daran erinnerte er sich.
Aber je länger er hinsah, desto mehr schien sie... unwirklich.
Später erkannte er, woran sie ihn erinnerte. Wie die kunstvollen Felsengärten, die in den Höfen der Adligen stehen. Wie die fein geschnitzten Jade-Stücke, die in der großen Halle ausgestellt sind. Wie die samtigen Blüten, die niemals welken, egal in welcher Jahreszeit. Jeder reiche Haushalt wollte eines haben, aber es waren Dinge, die sich niemals veränderten, niemals bewegten.
Menschen sammeln Jade. Aber niemand verliebt sich in sie.
Dieser Eindruck blieb ihm so stark im Gedächtnis, dass er erstarrte, als Shen Yu, die er immer für so leblos wie Steine und Felsengärten gehalten hatte, plötzlich ihr Fenster ohne Lächeln öffnete, eine Lüge erzählte und ihn beiläufig mit Vogelfutter neckte.
Dieser winzige Funke Leben in ihr stieß ihn aus. Er stand lange Zeit verwirrt vor ihrem Fenster.
"Sie war früher nicht so", dachte er.
Aber wie sollte sie denn sein? Wie ein Felsengarten? Wie ein Stück Jade?
Nein. Sie war ein Mensch. Sie sollte immer so sein. Denn Menschen sollten nicht wie Felsengärten sein. Sie sollten nicht wie Jade sein. Menschen sollten wie Menschen sein.
Aber zu viele in dieser Welt... wissen das nicht.