Am nächsten Morgen rief Di Juan sie zum Tresen. "Du wirst nicht mehr im Laden arbeiten", sagte sie, ohne aufzu…
Am nächsten Morgen rief Di Juan sie zum Tresen. "Du wirst nicht mehr im Laden arbeiten", sagte sie, ohne aufzublicken. "Ich richte einen kleinen Marktstand entlang der Straße ein, wenn die Leute von der Arbeit kommen. Du wirst ihn betreiben. Er ist näher an deinem Zuhause, und außerdem—"
Sie blickte auf und erstarrte. Wuyous Augen waren bereits voller Tränen, als wäre sie ohne Vorwarnung verlassen worden.
"Waaah! Schwester Di... Ich werde es nicht wieder tun..."
"Ich wollte nicht lauschen... und ich habe nur einen kleinen Krug genommen, ich habe nicht einmal die Hälfte getrunken..."
"Bitte schick mich nicht weg... Ich werde mich ändern, wie du es sagst, ich schwöre..."
Zwischen Schluchzen und wirren Erklärungen weinte Wuyou so heftig. Di Juan wusste nicht, ob sie lachen oder seufzen sollte. Der Stand mochte klein sein, aber es war ein richtiger Ast des Geschäfts. Von heute an würde Wuyou keine Helferin mehr sein, sondern eine junge Hüterin von Di's Wein-Laden.
Außerdem...
Di Juan erinnerte sich an Wuyous "perfekte Verbrechen"... Die erzwungene Gelassenheit am Ende jeder Schicht, der kaum versteckte Drang, Unfug zu machen, die schwache Spur von Sweet Slumber, die an ihren Kleidern am nächsten Morgen haftete...
Ihre Brauen entspannten sich. Das Kinn in die Hand gestützt, beobachtete sie einfach, wie Wuyou schluchzte und keuchte, während sich ein Lächeln in die Augenwinkel schlich.
Was auch immer an Wein am Ende jedes Tages am Stand übrig blieb? Das würde Wuyous "Entsorgung" sein.
Das würde sie ihr später sagen.