Der Wendepunkt kam im 17. Jahr der Guangzheng-Ära. Wang Tuanhua erblickte endlich die zwölf Porträts der „Zwöl…
Der Wendepunkt kam im 17. Jahr der Guangzheng-Ära. Wang Tuanhua erblickte endlich die zwölf Porträts der „Zwölf Unsterblichen“ von Zhang Suqing, einem berühmten Maler der Tang-Dynastie. Er konnte nicht widerstehen und kopierte alle zwölf Stücke. Doch die Kopien verschwanden spurlos, bis ein Skandal das Shu-Königreich erschütterte.
In jenem Jahr, zum Geburtstag des Shu-Königs, überreichte Minister An Siqian die „Zwölf Unsterblichen“ als Geschenk. Kurz darauf erhielt der König den Hinweis, dass die Gemälde Fälschungen seien. Da er bereits Ans Sturz plante, nutzte der König die Gelegenheit, ihn hinrichten zu lassen, und schwor, alle „Verschwörer“ auszulöschen. Und diese Fälschungen? Sie waren Wang Tuanhuas Werk. Über Nacht verbreiteten sich Gerüchte in Shus Kunstkreisen: Ein junger Mann in seinen Zwanzigern hatte die Gemälde gefälscht und wurde fortan als „die Zwölf Unsterblichen“ bekannt.
Niemand kümmerte sich um sein Talent. Wang Tuanhua – nun „Zwölf Unsterblichen“ – war plötzlich ein gejagter „Verschwörer“. Seine Familie riskierte alles, um ihn aus Shu zu schmuggeln, und schickte ihn in die Zentralen Ebenen, um sich zu verstecken. Schließlich nannte ihn niemand mehr „Wang Tuanhua“, doch er hatte auch kein Zuhause mehr, zu dem er fliehen konnte. Er begann, sein Talent als Fluch zu sehen. Warum musste er leiden? Er hatte nichts falsch gemacht. In den Zentralen Ebenen akzeptierte er den Namen „Zwölf Unsterblichen“, zu jung, um zu erkennen, dass die Säuberungsaktion des Shu-Königs nur ein Schauspiel war und er bloß eine Schachfigur. Natürlich wusste er nicht, wer ihn überhaupt dazu gebracht hatte, die Originale von Zhang Suqing zu „entdecken“.
Monatelang verfiel Zwölf Unsterblichen in einen Abwärtsstrudel. Seine Gemälde verloren ihre Lebendigkeit, als wäre ihre Seele entzogen worden.