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In ihrem Leben hatte Heron zu viele Menschen gesehen, die nach dem Credo lebten, über ihre Grenzen hinaus zu s…

In ihrem Leben hatte Heron zu viele Menschen gesehen, die nach dem Credo lebten, über ihre Grenzen hinaus zu streben. Es schien, als würde der Mohistenhügel solche Menschen natürlich anziehen. Sie weigerten sich, an das Schicksal zu glauben, und fürchteten keine Bestimmung. Wenn sie auf Berge stießen, die ihren Pfad blockierten, würden sie lieber mit bloßen Händen einen Tunnel durch festen Stein graben, als umzukehren. In Wahrheit war sie selbst ihnen ein wenig ähnlich. Doch allzu oft musste sie die Gesetze der Klippe der Seufzer verkörpern. Sie war die Torwächterin. So wie die verborgenen Ratschen, die unsichtbar in der Dunkelheit rotierten, bewachte sie die Schlucht des Mohistenhügels und hielt jene, die es wagten, einzudringen, in Schach. Die Ironie war, dass Feng es gewesen war, der diese Person hineingelassen hatte. Heron glaubte natürlich kein einziges Wort seiner Geschichte. Was den Mann selbst anging, hatte sie bereits ihr eigenes Urteil gefällt. Schließlich war sie es, die das Tor für ihn geöffnet hatte. Hätte sie es nicht getan, wäre dieser törichte Schüler des Tintenbund-Ordens längst zu einem weiteren namenlosen Geist geworden, der diese Gipfel heimsucht. Irgendein unachtsamer Meister hatte ihm ein Schüler-Token gegeben und ihm den Weg zum Abgrund gezeigt, doch versäumt, den geheimen Mechanismus zu enthüllen, um das Maul des Berges zu öffnen. Der Zeitpunkt war ebenfalls unglücklich gewesen. Er kam während der ruhigsten Zeit an, in der niemand ein- oder ausging. Wäre auch nur ein einziger Schüler auf seiner Rückkehr durchgekommen, hätte er nicht darauf reduziert werden müssen, von Baumrinde und wilden Wurzeln zu überleben und mehr einem Waldschrat als einem Gelehrten zu ähneln. Heron zog den halbtoten Wilden in die Tiefen der Klippe. In dem Moment, als er erwachte, war sein Blick von den hoch aufragenden, düsteren Mechanismen gefangen, die darin verborgen waren. Er vergaß seine seltsame Umgebung völlig. Erst nach langer Zeit bemerkte er Heron, die im Schatten stand. Bevor sie sprechen konnte, hielt er sie für einen anderen verirrten Reisenden. Er begann eigenständig in den Zahnrädern herumzutasten, und zu ihrer Überraschung fand er tatsächlich einen Weg nach oben. "Fräulein, folgen Sie mir! Es könnte einen Weg nach oben geben." Der Wilde stürmte nicht voraus, sondern drehte sich um und bot ihr seine Hand an. Genau wie sie es wünschte. Der Mundwinkel Herons verzog sich zu einer undurchschaubaren Kurve. Sehr gut. Sie würde selbst sehen, ob dieses Schüler-Token wirklich verdient war. Als Heron sich aus ihren Erinnerungen riss, beobachtete sie, wie die beiden Gestalten vor ihr die von ihr gesetzten Prüfungen eine nach der anderen überwanden. Einer trug den anderen auf seinem Rücken, bewegte sich langsam, aber mit ruhiger Entschlossenheit. "Selbst wenn es keinen Pfad gibt, können wir einen neuen schmieden." Die Stimme war leise, doch ihr Echo verweilte lange im Tal. Eine weitere Seele, die sich weigerte, sich dem Schicksal zu beugen. Genau wie Feng damals am Ende seiner Kräfte gesagt hatte. Tausend Versuche, zehntausend Versuche, er würde weiter versuchen. Damals war er nur ein verzweifelter Wanderer, der verzweifelt nach dem Tor suchte. Jetzt führte er andere, lenkte sie auf die Höhen, die sie in ihren Herzen trugen. Heron erinnerte sich an die Ewigverbundene Form. Wenn Eisenketten ineinandergriffen, konnten sie tausende Truppen abwehren. Doch wenn Herzen ineinandergriffen, bildeten sie eine Bergkette, die sich endlos erstreckte. Obwohl die Gipfel hoch und der Weg lang waren, konnte eine vereinte Front allen Stürmen standhalten. Sie war diejenige, die das Tor öffnete. Wie der Sonnenaufgang, der über den Gipfeln anbrach, wartete sie auf die nächste unbeugsame Seele, bereit, sie persönlich den Bergpfad hinaufzuführen.

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