Xiao Lian wusste nie, ob Ding Xiang ein Held oder eine Göttin war. Das fröhliche Mädchen schien alles zu kenne…
Xiao Lian wusste nie, ob Ding Xiang ein Held oder eine Göttin war.
Das fröhliche Mädchen schien alles zu kennen, von den Schneefällen des Nordens bis zu den Kamelglocken jenseits der Grenze, von den sanften Wellen Jiangnans bis zu den steilen Gipfeln Xishus... doch Xiao Lian erfuhr nie, woher sie kam.
Sie konnte laut sein und hatte seltsame Ideen, aber Xiao Lian wusste, dass sie, solange sie an ihrer Seite blieb, immer Nahrung zum Essen und einen sicheren Ort zum Schlafen haben würde.
Doch mit der Zeit wurden Ding Xiangs Geschichten weniger. Die fernen Legenden und Landschaften vermischten sich mit Geheimnissen, die sie nicht teilen konnte. Das Mädchen, das einst genug Geschichten für die ganze Nacht hatte, trug nun mehr Sorgen mit sich als jeder andere im Nördlichen Schwur.
Dann erhellte eines Tages wieder Begeisterung ihr Gesicht. Xiao Lian beobachtete, wie sie von Geschichten erzählte, die sie noch nie zuvor erwähnt hatte, während sie eifrig Briefe für verschiedene Leute schrieb.
Xiao Lian konnte nicht lesen, aber sie sah Tauben, die diese Briefe in alle Richtungen trugen.
Ding Xiang flüsterte ihr zu, dass sie ein großes Geheimnis entdeckt habe, eines, das sie niemandem erzählen könne.
"Ich werde zum General gehen und ihm alles erzählen!"
"Ich weiß jetzt alles!"
Welches Geheimnis? Welcher General? Xiao Lian hatte keine Ahnung.
Aber sie würde den Ausdruck auf Ding Xiangs Gesicht nie vergessen...
Es war der Blick der Begeisterung, endlich eine Lebensschuld begleichen zu können, die Kraft in ihren Händen zu halten, die Ereignisse zum Guten zu wenden.