An den Ältesten Peng, mit tiefstem Respekt, Nur weil Ihr Euer Leben riskiert habt, um mir etwas Zeit zu erkauf…
An den Ältesten Peng, mit tiefstem Respekt,
Nur weil Ihr Euer Leben riskiert habt, um mir etwas Zeit zu erkaufen, gelang mir die Flucht. Doch ich, töricht und eigensinnig, kehrte heimlich um und erwies mich somit solch großer Güte unwürdig. Ich bitte nur um Eure Vergebung.
Der Grund, warum ich mich nun freiwillig in tödliche Gefahr begebe, ist nicht, dass ich bezweifle, dass Du Chongwei den Mohistenhügel verraten hat. Es ist, weil der Hafer fast reif ist und ich diese letzte Aufzeichnung zu Ende bringen muss. Seit den letzten Jahren der Tang wird die Kälte von Jahr zu Jahr strenger und die Feldfrüchte fallen stetig aus. Ich reiste durch die nördlichen Lande und stieß zufällig auf eine Haferart, die Frost und Schnee ertragen kann, ohne ihre Kraft zu verlieren. Dank dem Vertrauen des Magistrats Chen durfte ich seinen Anbau drei Jahre lang auf den Feldern außerhalb von Luancheng testen, und erst dann begann ich, seine Natur zu verstehen. Wenn dieses Jahr eine volle Ernte bringt, dann kann nicht nur Luancheng davon profitieren. Alle Armen, die sich durch die Kälte in der Kommandantur quälen, könnten dadurch überleben.
Durch Himmels Gnade sind die Methoden zur Aussaat und zum Anbau von Hafer nun vollständig und ohne Auslassung aufgezeichnet, und mein Herz hat endlich Ruhe gefunden.
Die Khitan-Kavallerie ist bereits nahe. Ich habe das Ende des Weges erreicht, und es kann keine Hoffnung auf Flucht mehr geben. Doch Eure Kampfkunst ist unvergleichlich, und solch geringfügige Schurken sollten nicht genug sein, um Euch zu bedrohen. Wenn dieser Brief Euch erreicht, bitte ich, dass die wesentlichen Methoden, die ich für die Haferanbau-Techniken aufgezeichnet habe, an Chai Boyue in Luancheng übergeben werden. Wenn das geschehen kann, dann ist mein Tod nicht umsonst, selbst wenn ich in der Wildnis begraben werde.
Euer Schüler, Chai Sang, verneigt sich und nimmt Abschied.