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Ran war ein gutes Kind. Ran saß bei Großmutter Liu und hielt ihr Gesellschaft, während sie sanft das Bein der …

Ran war ein gutes Kind. Ran saß bei Großmutter Liu und hielt ihr Gesellschaft, während sie sanft das Bein der alten Frau tätschelte. Großmutter Liu erzählte ihr, dass die Verletzung von damals stammte, als die Khitan-Soldaten die Stadt stürmten, und Ran runzelte die Stirn, murmelte Flüche über die Khitaner, bevor sie vorsichtig ihre eigene kleine Decke über Großmutter Lius Knie zog. Ran grüßte jeden, dem sie begegnete, ihre Stimme war immer hell und klar. Die Leute hörten gerne ihrem Geplapper zu. Sie erzählte Geschichten, die sie von ihrem Vater aufgeschnappt hatte, wie ein winziger Geschichtenerzähler, der durch die Straßen wanderte. "Wenn Ran da ist, wer muss dann noch Münzen in Jiangs Teehaus für Geschichten verschwenden?", sagten die Leute am Nudelstand oft. Ran liebte Lotusgebäck, aber sie aß nie das ganze Gebäck auf, das ihr Vater ihr mitbrachte. Sie bewahrte immer etwas auf. Sie legte Stücke beiseite für ihren geliebten Vater, für Großmutter Liu, die selten ausging, für Onkel Liu am Metzgerstand, der sich mit ihr unterhielt, für Onkel Sun, der sie neue Gerichte probieren ließ, für ihre geschichtenerzählenden Spielkameraden, für Ren Xiaopings Mutter, die immer Partei für sie ergriff, und für wen noch? Ach ja, Ren Xiaoping! Aber ihm würde sie nie etwas geben, nicht nachdem er sich immer mit ihr gestritten hatte. Es waren zu viele Menschen, mit denen sie teilen wollte, also war ihr Gebäck nie genug. So behielt Ran immer den kleinsten Teil für sich: erst drei Stücke, dann zwei, dann nur noch eins. Sie war mit Geschichtenbüchern aufgewachsen und lebte wie ein Charakter direkt aus einem. Die Welt liebte Geschichtenbücher und die Geschichten darin. Jeder verdiente es, das Leben zu leben, das er liebte, und dieses Leben sollte genau wie die Geschichten sein.

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