Die Zhang-Familie des Brüllenden Sands errichtete den Flaschenkürbis-Damm, opferte dem Fluss weiße Pferde und …
Die Zhang-Familie des Brüllenden Sands errichtete den Flaschenkürbis-Damm, opferte dem Fluss weiße Pferde und Jade und zähmte über Generationen hinweg die Gewässer durch kaiserlichen Erlass – so wurden sie zur Flussgottheit.
Der junge Zhang Yanling glaubte nie an das Schicksal. Für ihn war das Schicksal ein Joch, das einem Mann von Kindheit an Wirbelsäule und Schädel an die Erde fesselte und ihm keinen Raum zum Kämpfen ließ. Als Junge beneidete er die Helden aus den Geschichtenerzählern, jene, die ungebunden durch Jianghu ritten, die kamen und gingen wie der Wind, ohne eine Spur zu hinterlassen. Sie mussten nie Tage damit verbringen, "Sieben-Sterne-Deichseile" am Flaschenkürbis-Damm zu studieren, noch Wort für Wort den Wasser-Verwaltungskodex unter Verschluss auswendig lernen. Und sie mussten gewiss nicht in dunkle Hallen hinabsteigen, auf gebleichte Knochen treten, um... den Drachen der Zhang-Familie zu zähmen.
War dies wirklich das Schicksal? Mit diesem Gedanken ging Zhang Yanling zum Markt und wählte ein feines weißes Pferd aus. Er würde in die einsamen Rauchfahnen der Wüste im hohen Norden fliehen, zu den Quellgewässern, die grüner als Indigo in Jiangnan waren. Er würde dem Gelben Fluss entkommen, dessen Adern tief in die Herzlande gruben, und jeder letzten Spur seines vorbestimmten Lebens.
Die Pfirsichblüten des Südens blühten heftig, ganz anders als die kargen Ufer des Gelben Flusses. Doch als Zhang Yanling ritt, streifte er eine reiseermüdete Frau in Grün. Er gab ihr den Hut zurück, den sie fallen gelassen hatte; sie schenkte ihm eine Pille, die sie selbst hergestellt hatte.
"Was für eine Medizin ist das?"
"Die lebensrettende Art."
"Du hast so viele gemacht. Wen rettest du?"
"Eine ganze Stadt. Kaifeng."
Das Schicksal, so schien es, packte einen immer in dem Moment, in dem man versuchte zu fliehen.