Es ist noch kein voller Monat vergangen, seit ich auf den Berg zurückgekehrt bin, und schon folgen die Erlasse…
Es ist noch kein voller Monat vergangen, seit ich auf den Berg zurückgekehrt bin, und schon folgen die Erlasse Schlag auf Schlag, sodass ich keinen einzigen Tag Ruhe finde. Wer hätte gedacht, dass unser Zug, den Fliegenden Drachen zu blockieren, stattdessen die Aufmerksamkeit der Khitanen auf sich ziehen würde? Sie haben Gold und Silber angeboten, edle Pferde mit vergoldeten Sätteln und versuchten sogar, mich mit Rang und Titel zu ködern. Ich mag kein großes Talent besitzen, aber selbst ich weiß, dass ein toter Mann nichts weiter als trockene Knochen ist. Wie könnte ich dann weiterleben, nur um den Kopf vor diesen barbarischen Invasoren zu beugen? Nun ist mein Heimatland verwüstet, und die Gefahr ist so dringend, als müsste man etwas aus den Flammen retten. Ich bin schon lange von alten Gebrechen gezeichnet, und der Husten hat sich tief in meine Brust gefressen. Ich bin nichts als ein verdorrter Holzsplitter und würde gerne dieses mein Leben gegen das des Barbarenkönigs eintauschen. Doch mein Kampf-Onkel ist im feindlichen Lager gefangen, in Gefangenschaft verschlossen, ohne Gewissheit, den nächsten Morgen zu erleben. Tausendmal, zehntausendmal habe ich mir gewünscht, seinen Platz einzunehmen. Und doch, wenn alle anderen fort sind, stehe ich hier allein. Wenn Kummer einen Mann wirklich zermürben könnte, sollte ich nicht hoffen, meine Jahre zu vollenden.
Erst gestern hörte ich, dass auch Peng auf den Berg zurückgekehrt ist, und da wusste ich, wie dringlich die Angelegenheiten geworden sind. Diese wirren Narren am purpurnen Hof sind so weit gegangen, die Liste der Schüler außerhalb des Berges dem Feind zu übergeben. Ohne jemanden, dem ich vertrauen kann, habe ich Falken und Habichte mit Briefen geschickt, um alle Schüler zurück auf den Berg zu rufen. Dieser kranke Körper von mir ist nutzlos, und ich habe sogar Blut auf den Brief gehustet. So sei es. Ich denke an Kaiser Wangs treues Herz. Wenn es noch etwas gibt, auf das man sich verlassen kann, dann mag das Zurückrufen aller Schüler auf den Berg doch noch einen Zweck erfüllen.
Tausend Jahre haben die Mohisten überdauert. Nun ist der Meister gefangen, die Schüler sind tot, das Nest ist umgestürzt und die Eier sind zerschlagen. Wenn der Himmel die Katastrophen, die er sendet, nicht bereut, wer sonst könnte solches Unheil angerichtet haben? Unschuldige und Schuldige gleichermaßen werden in dieses Chaos gestürzt.
Wenn das das ist, was sie Himmelswille nennen, dann werden wir von dieser Schule keinen Glauben an einen solchen Weg setzen.