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Was wird ein Mann opfern, um ein Leben voller Reue zu sühnen? Für Shen Yilun war die Antwort einfach: Alles. U…

Was wird ein Mann opfern, um ein Leben voller Reue zu sühnen? Für Shen Yilun war die Antwort einfach: Alles. Und so tat er es. Zwölf einsame Jahre lang stapfte er auf seine Vision von "Ewig-Normal für Alle" zu. Bis das Ewig-Normale Getreidelager hoch über goldenen Weizenfeldern aufragte. Bis Karren mit Getreide aus allen Richtungen es bis zum Rand füllten. Für einen flüchtigen Moment schien das lange zurückliegende Versprechen seiner Freunde fast in Reichweite. Dann übergab der Hof die Ebene Feld an Monster und rationierte das Getreide für den Krieg. Die kalte Realität erstickte die Flammen des Idealismus, zurück blieb nur Glut. Dennoch hielt er durch. Bei seiner Rückkehr von einer Inspektion im Süden plante er Denkschriften, Strategien und Hilfsmaßnahmen, bis ein plötzlicher Überfall alles unterbrach. Als er gepackt wurde, bereitete er sich auf den Tod vor, von Reue verzehrt. Dann erkannte er, schockiert, seinen "alten Freund". Seit dem Moment, als er Kaifeng verließ, hatte Shen Yilun nie gewagt, auf ein Wiedersehen mit A'zheng zu hoffen. Als der erste Schock verflog, überwältigte ihn die Trauer über den Abstieg seines Freundes in die Dunkelheit. Doch in einer verborgenen Ecke begann ein winziges Flämmchen der Freude zu wachsen. Ein Teil dieser Freude entsprang dem schieren Wunder von A'zhengs Überleben, doch ein anderer war egoistisch persönlich: Zum ersten Mal sah er eine Chance auf Erlösung, einen Weg, die Fehler ungeschehen zu machen, die ihn zwölf lange Jahre verfolgt hatten. Doch bald entglitten die Ereignisse Shen Yiluns Kontrolle. Die ragende Tag-und-Nacht-Blüte enthüllte eine grausame Wahrheit: Der Freund, an den er sich erinnerte, war begraben worden - vom Chaos, von Schurken und... von ihm selbst. Shen Yilun weigerte sich, das zerbrochene Versprechen zu akzeptieren, besonders da es sein erwachsener Freund war, der es zerstört hatte. So suchte und betete er in diesen endlosen dunklen Tagen, bis das Schicksal ihn zu einem weiteren ehrlichen, gutherzigen Jungen führte, genau wie vor zwölf Jahren. Und so loderten die hohen Flammen erneut auf. Vor zwölf Jahren hatte Feuer das Anwesen der Familie Zheng sowie die Unschuld und Güte der Jugendlichen zu Asche verbrannt. Zwölf Jahre später verzehrte eine noch heißere Flamme sowohl gegenwärtige Sünden als auch vergangene Obsessionen. Als Shen Yilun seinen desorientierten alten Freund betrachtete, überlappte sich dessen Schatten endlich mit dem Jungen, den er einst gekannt hatte. "Von nun an bist du der wahre Meister des Getreides." Mit diesen letzten Worten, die er mit seinem letzten Atemzug hauchte, wusste Shen Yilun: Dies ist das Ende. Als er diesen Pfad begann, war er sicher gewesen, er würde ohne Zögern alles geben. Doch jetzt, da sein Wunsch erfüllt war, war es nicht Frieden, was ihn überkam, sondern Reue. Reue und Entschuldigung. Denn als sich seine Augen schlossen, meinte er, in die Vergangenheit zurück- oder in eine unbekannte Zukunft voranzutreten. Dort stand der "Meister des Getreides" allein in endlosen Weizenfeldern, während junge, gutherzige Jungen lachend durch die goldenen Wellen rannten, die Luft erfüllt vom süßen, sanften Duft des Getreides.

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