Hinter einem bescheidenen Tor aus Schilf geboren, unbekannt und arm, lernte ich nie die Schrift vollständig. K…
Hinter einem bescheidenen Tor aus Schilf geboren, unbekannt und arm,
lernte ich nie die Schrift vollständig.
Keine wundersame Malerei erfreute mein Auge,
noch erreichte die Weisheit der alten Weisen je mein Ohr.
Stumpf und unwissend, von geringem Verstand,
wurde ich aus Versehen in die Palasthallen gebracht.
Dies war kein Ort für gewöhnliches Gras zu wachsen,
und so lebte ich in Angst von Tag zu Tag.
Ich trage den Schmerz der Sehnsucht in meinem Herzen,
und zehntausend Sorgen für all das Kommende.
Ach, diese verborgenen Leiden vertiefen sich immer mehr,
eingeschlossen allein, mit niemandem, der zuhört.
Meine Gedanken sind beunruhigt, trostlos und erschöpft,
und die Sehnsuchtswinde wickeln sich noch enger um meine Truhe.
Durch die lange Nacht liege ich und kann nicht schlafen,
meine Seele unruhig bis zum Rand der Dämmerung.
Der Wind weht leise von allen Seiten,
weißer Frost liegt dick im Hof.
Die Sonne ist matt und gibt keine Wärme,
die Luft ist bitter, klar und kalt.
So beladen bin ich mit Kummer und Leid,
dass die Tränen von selbst fallen müssen.
Denkt an Bo Yu, sanft und pflichtbewusst,
der helle Gewänder trug, um seine Eltern zu erfreuen.
Doch ich beklage die grausame Trennung dieses Tages,
denn nun sind meine Verwandten und ich getrennt wie Shen und Chen.
Wie kann die Entfernung zwischen uns als weit bezeichnet werden?
Es ist nicht einmal die Spanne weniger Schritte.
Doch so kalt und streng sind die Palastmauern,
dass ich, obwohl ich sie sehnlichst sehen möchte, keinen Weg finde.
Ich hebe meine Augen zu den treibenden Wolken,
und meine Tränen fallen, durchtränken mein Tuch.
Denkt an Qu Yuan und den Kummer, den er trug,
die Trauer der Trennung, die er besang.
Und jene, die von Türmen und Stadtmauern schrieben,
Sonne und Mond nutzten, um von Trennung zu sprechen.
Wie viel bitterer ist es für diejenigen von einem Blut,
nun auseinandergerissen und voneinander abgeschnitten.
Lange habe ich Kummer getragen und mit Leid gewohnt,
zum Himmel schauend und blutige Tränen weinend.
Gesandter
Jene, die mir durch Blut verbunden sind, meine liebsten Verwandten,
sind zu Fremden geworden, mir fern verloren.
In Kummer und Qual kehrt meine Seele im Traum zurück,
und dort sehe ich die, nach denen ich mich sehne.
Doch erwachend erschreckt, rufe ich laut,
mein Herz unfähig, den Schmerz zu ertragen,
meine Tränen fallen ohne Ende.
So nehme ich den Pinsel und halte alles fest, was in mir aufgewühlt ist,
und mit Tränen, die immer noch fallen, vertraue ich es diesem Gedicht an.