Die meiste Zeit war Murong Yanzhao verwirrt, doch in seltenen Momenten der Klarheit tauchten seltsame Gestalte…
Die meiste Zeit war Murong Yanzhao verwirrt, doch in seltenen Momenten der Klarheit tauchten seltsame Gestalten vor seinen Augen auf.
Ein junger Mann, der frei mit alten Freunden ritt, ein hochgestimmter Soldat, ein General, der Schlachtfelder erobert hatte, ein Höfling, der unermüdlich plädierte, ein beharrlicher alter Freund, der ihn bat aufzuhören, und ein Sünder, der einen Freund getötet hatte.
Seltsamerweise, obwohl sie unterschiedliche Kleidung trugen und verschiedene Ausdrücke zeigten, sahen alle Gesichter verblüffend ähnlich aus, unheimlich vertraut.
Wer waren sie? Er konnte sich nicht erinnern.
Schließlich blickte er auf seine eigenen gealterten, verhärmten Hände, nicht mehr die eines Generals, noch die eines Mannes in seiner Blüte.
Das war er in der Gegenwart.
Jene waren er in der Vergangenheit.
Er rüttelte an den Ketten an seinen Handgelenken und Knöcheln. Manchmal brachte das harte Klirren Klarheit. Andere Male öffnete es die Tür zum Wahn. Warum war er hier? Er vergaß es, dann erinnerte er sich, während die Phantome vor ihm auf und ab gingen und mit seiner eigenen Stimme sprachen:
"Du warst weder loyal genug noch ein wahrer Freund, daher bist du hier gelandet."
"Du warst weder mutig genug noch ängstlich genug, daher war jeder Schritt ein Fehler."
"Wenn du ihn getötet hast, solltest du nicht an ihm festhalten, daher bleibt deine Krankheit."
"Wenn du dich dem Song-Hof unterwerfen wolltest, hättest du nicht für deinen Freund plädieren sollen. Wenn du deinen Freund wählst, hättest du dich nicht unterwerfen sollen."
"Du hast dich selbst hier angekettet."
Er erkannte die Stimme. Das also war sein Schicksal!
Er hatte sich das selbst angetan!
In seinem Rollstuhl sitzend, rannen Tränen aus einem Körper, der einst nur Blut auf dem Schlachtfeld vergossen hatte.