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Jiang Wei erinnert sich an die Nacht, in der er die Überreste seiner Schwester fand: Der Wind war sanft, der M…

Jiang Wei erinnert sich an die Nacht, in der er die Überreste seiner Schwester fand: Der Wind war sanft, der Mond hell, ein perfekter Himmel. Er hatte fast jedes Grab auf dem Friedhof durchsucht, bevor er die vertraute Haarnadel in einem verrottenden Sarg entdeckte. Er hatte sie ihr als Kind angefertigt. In diesen frühen Jahren war er ein lebhafter Junge gewesen. Seine Eltern waren von harter Arbeit erschöpft, sodass nur seine ältere Schwester übrig blieb, um ihm durch die Haare zu streichen und seinen endlosen, wirren Träumen zu lauschen. Er verehrte sie. Sehnte sich danach, sie glücklich zu sehen. Da er wusste, dass sie Schönheit liebte, lernte er, ihre Brauen zu malen. Da er wusste, dass sie ihr Haar schätzte, verbrachte er Monate damit, ihr eine Holznadel mit Pfirsichblüten zu schnitzen. An dem Tag, als sie sie erhielt, hatte ihr Lächeln ihn mit Freude erfüllt. Doch eines Tages, als er von der Sammlung von Pinienkernen zurückkehrte, war sie verschwunden. Seine Eltern hatten gesagt, sie habe "geheiratet". Mit wem? Wann würde sie zurückkehren? Warum hatten sie es ihm nicht gesagt? Seine Fragen sprudelten in hektischem Gezwitscher hervor, doch sie wurden nur mit Schweigen beantwortet. Danach war es, als wäre seine Schwester von der Erde verschwunden... doch das Vermögen der Familie besserte sich langsam. Jahre später verstand Jiang Wei. Ihr Wohlstand war mit dem Leben seiner Schwester und dem Leben unzähliger Mädchen wie sie erkauft worden. "Ihr habt sie an eine Leiche verkauft?" Seine Stimme zitterte vor Unglauben. "Sei leise", hatte sein Vater von seinem Schaukelstuhl aus geschnappt. "Mädchen sind dazu geboren, Reichtum zu bringen. Eine Heirat mit einem lebenden Mann könnte uns einen Monat guten Lebens mit der Mitgift bescheren. Aber eine Heirat mit einem toten Mann? Das ist ein Segen des Himmels!" "Ja, warum bei einem solchen Handel aufhören?" Sein Onkel lehnte sich an die Wand und spielte mit einem vergoldeten Ring. In diesem Moment hatte Jiang Wei eine eisige Kälte verspürt, die ihm bis in die Knochen drang.

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