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Doch die Lage änderte sich schnell. Kaiser Mingzong verstarb, und der Hof wurde bald in Aufruhr gestürzt. Shi …

Doch die Lage änderte sich schnell. Kaiser Mingzong verstarb, und der Hof wurde bald in Aufruhr gestürzt. Shi Jingtang trat die Sechzehn Präfekturen von Yanyun an die Khitan ab, um militärische Unterstützung zu erhalten, und wandte seine Armee dann gegen Luoyang. Die Hauptstadt versank im Chaos, und die Zivilbevölkerung floh in Scharen. Inmitten des Tumults tat Wang Dayan das Undenkbare und kehrte in die Hauptstadt zurück. "Ye Buxiu! Ye Buxiu!", rief er mit heiserer, verzweifelter Stimme. In der Ferne brannte der Turm der Schwarzen Schildkröte, und seine Sorge vertiefte sich. "*Hust*... Ich bin hier...", kam eine schwache, vertraute Stimme aus der Nähe des Burggrabens. Wer sonst konnte es sein als Ye Buxiu? Durchnässt und zitternd wurde Ye Buxiu aus dem Wasser gezogen. Doch statt Dankbarkeit zu zeigen, überprüfte er als Erstes das Päckchen, das er an seiner Brust festhielt. Erst als er sicher war, dass das Schach-Handbuch darin unversehrt war, seufzte er erleichtert auf. "Wie um alles in der Welt bist du im Burggraben gelandet?", fragte Wang Dayan. "Frag nicht! Ich wollte durch das Stadttor fliehen, wurde im Chaos gestoßen und landete im Wasser. Einfach Pech. Zum Glück hatte ich das Handbuch in Ölpapier eingewickelt. Und ich kann schwimmen. Also, ja. Ich habe durchgehalten, bis du aufgetaucht bist. Wie auch immer, danke!" Die Aufrichtigkeit in seiner Stimme brachte Wang Dayan aus dem Gleichgewicht. Er kratzte sich am Ohr, so unbeholfen wie immer: "Ich bin nicht gekommen, um dich zu retten. Es ging um das Schach-Handbuch. Das weißt du doch." Als Ye Buxiu sah, wie stur Wang Dayan war, musste er herzlich lachen, bis es ihm zu viel wurde. Dann sagte er mit ernstem Gesicht: "Dayan, jetzt ist nicht die Zeit für Schach. Wir müssen einen Herrscher finden, der diese Handbücher verdient, und diesem Chaos ein Ende setzen." Zu seiner eigenen Überraschung stimmte Wang Dayan zu. Sie besaßen keine Kampfkünste, keinen großen Reichtum, aber sie hatten Jugend und Ehrgeiz. Also machten sich die beiden auf die Suche nach einem würdigen Herrscher und kämpften sich durch Entbehrungen und Hunger. Shi Jingtang gefiel ihnen nicht, also zogen sie nach Süden, nur um in eine Sackgasse nach der anderen zu geraten. Schließlich erreichte sie die Nachricht von einem aufstrebenden Helden in der Jin-Dynastie namens Wang Qing. Voller Hoffnung wandten sie sich wieder nach Norden. Doch sie kamen zu spät. Als sie die Grenze von Jin erreichten, hieß es: Wang Qing war tot. Und so hatten sie nach Jahren des Umherirrens und verpassten Gelegenheiten bereits das Alter der Erleuchtung überschritten. Schließlich fanden sie einen neuen Helden: Kaiser Guo Rong (Kaiser Shizong) der Späteren Zhou-Dynastie. Seine Nordarmee war bereits nach Qinghe marschiert, genau dorthin, wo sie sich befanden. Doch die Jahre der Entbehrung hatten Wang Dayan zermürbt. Er wurde krank. Und als er endlich die Augen öffnete, fand er sich an einem Ort wieder, den er nicht erkannte.

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