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Immer wieder zeichnete Han Wei das Antlitz dieses Mannes in seinem Geist nach. Ein blutgetränktes Drachengewan…

Immer wieder zeichnete Han Wei das Antlitz dieses Mannes in seinem Geist nach. Ein blutgetränktes Drachengewand. Stadttore, die weit aufgestoßen wurden. Der Mann ritt auf seinem Pferd hindurch, jeder Hufschlag drückte einen blutigen Halbmond in die Erde, einer nach dem anderen, über Loyalität und Verrat, Liebe und Hass, bis hin zur Goldenen Thronhalle. Und diese blutroten Halbmonde begannen sich zu einem Lächeln zu verformen, einem Grinsen, das bereit war, sich zu öffnen und die ganze Welt zu verschlingen: die Köpfe erwachsener Männer, die Fladenbrote in den Händen von Frauen und Kindern. Jedes Mal endete es so. So sehr er es auch versuchte, er konnte sich dieses Gesicht nicht ohne Blut vorstellen. Ja, Blut. Das Blut seines Vaters. Das Blut seiner Mutter. Das Blut des gesamten Han-Clans. Und während er bei dem Gedanken verweilte, begann Blut aus dem Augenwinkel dieses Gesichts in der Vision vor ihm zu tropfen, sich in einem langen roten Faden hinabzuwinden. Weinte dieser Mann? Wie konnte er weinen? Er war jetzt Kaiser. Sein Name würde für die Ewigkeit in den Chroniken verewigt werden. Was hatte er zu weinen? Dann riss ihn der Schmerz zurück. Ah, das Blut floss aus seiner eigenen Handfläche. Er ließ die Saite des Guqin los. Sie war bereits mit Rot überzogen. Er hatte sie so fest gegriffen, dass sie sich in seine Handfläche geschnitten hatte. Die schönste Frau in Samtschatten hatte ihm einmal gesagt, er solle diese Hände schätzen, Hände, die für das Guqin, für die Flöte gemacht waren. Wie waren sie am Ende durch Arbeit wie diese befleckt worden? "Trink diesen Becher Gift selbst, und du wirst Samtschatten für all seine Güte über die Jahre zurückgezahlt haben..." Es schien wie ein Leben her, und doch erinnerte er sich an jedes Wort. Aber in dem Moment, als er den Kopf hob, war dieses blutverschmierte Gesicht schon wieder dabei zu verblassen. Nein. Das durfte er nicht zulassen. Er durfte nicht vergessen. Wenn sogar er vergaß, wie man hasst, wer in dieser Welt würde sich dann erinnern? "Du wirst ihn wirklich töten? Allein? Bist du verrückt?", fragte die Frau, eine weitere einsame Seele wie er, ihre Augen weit aufgerissen mit einem seltenen Blitz des Schocks. Er antwortete nicht. Er nahm nur das Blut von seiner Handfläche und strich es leicht über seine Kehle, zog eine purpurrote Linie wie eine Schlinge.

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