Sogdier machen niemals verlustreiche Geschäfte. Damals investierte sie die gesamten Ersparnisse der Karawane, …
Sogdier machen niemals verlustreiche Geschäfte. Damals investierte sie die gesamten Ersparnisse der Karawane, um das Perlenboot zu bauen, nachdem sie Handelskanäle mit den Bodchen, Utuk und anderen gesichert hatte. Alles, was sie noch brauchte, war der Schutz der Tang-Garnison. Sie hatte gehört, dass die Armee bitterarm war. Wenn ein Deal zustande käme, würden die Gewinne hundertfach steigen.
Doch die Tang-Leute zweifelten tatsächlich an der Geschäftstüchtigkeit der Sogdier.
"Wie könnt ihr mir nicht glauben?" Kang Zhenzhu versperrte Guo Xin den Weg. "Euer kärglicher Sold ist nutzlos! Gebt mir euer Silber und das Siegel eurer Armee, und ich werde Jade an die Utuk verkaufen. Zehnfache Rendite, versprochen!"
"Kang, man kann nicht immer gewinnen in dieser Welt."
"General Guo, ihr führt täglich Truppen zum Sieg. Warum zweifelt ihr, dass ich sichere Gewinne erzielen kann?"
"Schlachten können auch verloren werden... Wenn das passiert, verteidigen wir mit unserem Leben."
"..."
Kang Zhenzhu schluckte ihren Ärger hinunter und erinnerte sich: Dieser Mann war ihr Passierschein auf der Seidenstraße. Sie musste die Bodchen zufriedenstellen, in Utuk Bestechungsgelder zahlen und die Tang niemals verärgern...
Sie zwang sich zu einem Lächeln. "General, seid versichert, nicht eine einzige Münze an Steuern wird unbezahlt bleiben! Ich möchte nur, dass wir beide reich werden..."
"Selbst wenn wir Geld verlieren, werde ich alles verkaufen, um es wieder gutzumachen!"
"Zahlt eure Steuern. Aber keine Investitionen, kein Siegel."
Guo Xins Gesichtsausdruck veränderte sich nicht.
In dieser Nacht schleppte Kang Zhenzhu einen Krug Wein auf die Stadtmauer. Das Mondlicht warf einen langen Schatten des Generals. Gläser klirrten, während sie tranken, Runde um Runde, und nannten sich bei jedem Toast "Freund"...
Dennoch scheiterte der Deal.
Stattdessen unterschrieb sie, halb betrunken und benommen, einen neuen Vertrag: Sie, eine wurzellose sogdische Händlerin, würde Brunnen für die Tang graben lassen! Die Brunnen waren natürlich für ihre Mit-Händler gedacht, und die bewässerte Oase würde zu einem Zentrum der Sogdier werden. Doch das Gerede des Han-Generals über Mond und Heimat kam ihr vor wie Fladenbrot, das für immer unerreichbar blieb. Wer wusste schon, ob sie gewinnen oder verlieren würde?
Sollte die Geschäftstüchtigkeit der Sogdier diesmal wirklich scheitern?
Betrunken lehnte Kang Zhenzhu sich an ihr Kamel. Durch den Alkoholnebel schien sie Pappelschatten im Mondlicht tanzen zu sehen. Und plötzlich... war sie sich sicher, dass sich dieser Deal am Ende doch auszahlen würde.