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Die Blumen im Palast sind äußerst zart und müssen jeden Tag gepflegt werden. Gießen, Insekten entfernen und Wä…

Die Blumen im Palast sind äußerst zart und müssen jeden Tag gepflegt werden. Gießen, Insekten entfernen und Wärme zuführen... keine dieser Aufgaben durfte vernachlässigt werden. Doch für Ihre Majestät, die Kaiserinwitwe, waren solche kleinen, mühsamen Arbeiten eine der Arten, wie sie gerne die Zeit verbrachte. Zu jener Zeit war ihre Gesundheit noch recht gut. Unter allen Blumen hatte Ihre Majestät eine besondere Vorliebe für Pfingstrosen in den hellsten, kräftigsten Rottönen. Sie sagte, sie blühten mit solchem Schwung, voll und üppig in ihrer Form, mit Farben so lebhaft, dass sie sie sofort erfreuten. Und so begann sie, wann immer sie Lust auf Blumenstecken hatte, stets mit der Auswahl einer Pfingstrose. An jenem Tag jedoch war die erste ausgewählte Blüte eine große, voll erblühte Kamelie. Sie wurde von Seiner Majestät ausgewählt. Als Ihre Majestät sah, dass Seine Majestät und der Präfekt zum Shengping-Turm gekommen waren, bat sie die beiden, sich ihr beim Blumenarrangieren und beim Zeitvertreib im Gespräch anzuschließen. Als sie Seine Majestät fragte, warum er jene Blüte gewählt habe, antwortete er, sie sei so groß wie sein Gesicht, was sicherlich bedeute, dass sie etwas Kostbares sein müsse, und daher solle sie gewählt werden. So nahm die Kamelie die Mitte der Vase ein, wo sie sofort ins Auge fiel. Ihre Majestät hingegen brauchte nicht zu überlegen. Sie griff einfach und wählte mehrere ihrer Lieblingspfingstrosen, die sie um die Kamelie herum anordnete, als würden sie sie umarmen. Am Ende dieses eleganten Zeitvertreibs hatte nur noch der Präfekt keine Blume gewählt. Er betrachtete das Gefäß, das bereits fast voll war mit diesen üppigen, strahlenden Blüten, und umkreiste es langsam einmal. Er runzelte die Stirn, seufzte leise und traf schließlich seine Wahl. Der Präfekt wählte mit größter Sorgfalt. Er untersuchte jede Blume einzeln, bedachte die Sorte, die Farbe, sogar die Länge des Stiels. Seine Majestät empfahl sogar persönlich mehrere Schnitte von Pfingstrosen, die ihm besonders gefielen, doch der Präfekt wählte keine davon. Ihre Majestät hingegen blieb völlig ungeduldig, und wann immer der Präfekt bei einer Blüte unsicher war, gab auch sie ihre Meinung dazu. Nach etwa einer Viertelstunde wählte der Präfekt einen einzigen Zweig weißer Pflaumenblüte. Diese Pflaumenblüte war durch lang anhaltende Wärme in einem beheizten Raum zum Blühen gebracht worden. Schlank und fein, weiß wie Schnee und fast ebenso zart, schien es, als würde der leichteste Schauer Blütenblätter herabwirbeln lassen. Dennoch, nachdem der Präfekt die Vase noch einmal umkreist hatte, setzte er schließlich diesen Zweig weißer Pflaumenblüte in die Umarmung der roten Pfingstrosen. Er schwankte sanft, ragte hoch auf, fiel aber nie auseinander. Und so wurden durch die Hände der drei Kamelien, Pfingstrosen und Pflaumenblüten zu einem einzigartigen Arrangement vereint. Wenn man sagen wollte, dass jede ihre eigene Schönheit habe und dass diese Schönheiten sich stark unterschieden, so wäre das wahr genug. Doch zusammengesetzt stießen sie keineswegs aufeinander, sondern schienen in einzigartiger Harmonie zu ruhen. Nur, eine solche erfreuliche Szene wurde nie wieder gesehen.

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