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Teil I: Unendliche Helligkeit Jenseits der Neun Himmel, so erzählt man sich, lag ein schattenhaftes Land, düst…

Teil I: Unendliche Helligkeit Jenseits der Neun Himmel, so erzählt man sich, lag ein schattenhaftes Land, düster und ungeformt. Keine hellen Sterne führten es, und keine Sonne oder Mond warf ihr Licht herab. Hoch und niedrig, das ganze Reich lag versunken in Dunkelheit und Verwirrung. Dann kam eines Tages ein wandernder Unsterblicher, der durch die Wolken vom Jenseits des Himmels trieb. Haut blass wie Sahne, dunkles Haar, das wie ein Wasserfall fiel, gekleidet in blumenhelle Gewänder, mit einem sternenbesetzten Geschirr auf den Schultern und einer Drachen suchenden Lampe in der Hand, stieg der Unsterbliche in einer Woge wechselnden Glanzes in die sterbliche Welt hinab, hell, hell ohne Ende. Der Unsterbliche blickte über das Land und fragte: „Was für ein Ort ist das? Warum gibt es hier keinen Fluss der Sterne oben?“ Die Menschen, ängstlich und verwirrt, fragten zurück: „Was ist der Fluss der Sterne?“ Der Unsterbliche seufzte. „Kann es wirklich einen Ort in dieser Welt geben, der nicht einmal weiß, was Sterne sind?“ Daraufhin pflückte der Unsterbliche einen einzigen Stern vom sternenbesetzten Geschirr und schenkte ihn den Menschen. Im Nu brachen helle Sterne hervor, das Chaos spaltete sich, und das verdunkelte Land erblickte das Licht des Himmels. Die Menschen staunten, fielen zur Erde in Verehrung und priesen den Unsterblichen als den Wolken-Herrn. Da der Unsterbliche sah, wie abgelegen, trostlos und bemitleidenswert der Ort in seiner Unwissenheit war, bekam er Mitleid. Doch der Unsterbliche hatte eine Pflicht zu erfüllen und konnte nicht lange auf dieser Wanderschaft verweilen. So nahm der Unsterbliche das sternenbesetzte Geschirr ab und übergab es den Menschen mit den Worten: „Möge dieses Sternenlicht euren Weg erleuchten.“ Der Unsterbliche hängte das Geschirr hoch über die Himmelsschwelle. Sofort breiteten sich die Sterne über den Himmel aus und funkelten in grenzenloser Pracht. Dann verschwand der Unsterbliche zurück in den Wolken, ohne eine Spur zu hinterlassen. Doch das Gewicht der Sterne war keine Last, die gewöhnliche Menschen tragen konnten. Dieser Schatz des Unsterblichen war jenseits der Kraft jedes Sterblichen, ihn zu befehligen. Und so blieb das sternenbesetzte Geschirr hunderte und aberhunderte Jahre lang hoch am Himmel hängen und wartete auf denjenigen, der bestimmt war, es abzuholen. ... Teil XIX: Weit treibend in unruhigem Flug Die jüngste Tochter der Familie Wang war erst neunzehn, doch bereits hochbegabt in den Kampfkünsten, ihre Bewegungen schnell und lebhaft. Auf dem Wasser konnte sie ein leichtes Boot hundert Li steuern. Auf dem Land konnte sie den klaren Wind reiten und dem hellen Mond nachjagen. Sie durchstreifte die Welt, korrigierte Unrecht und fegte Ungerechtigkeit weg, wo immer sie sie fand. Eines Tages hörte sie, dass das sternenbesetzte Geschirr immer noch hoch oben hing, wo es tausend Jahre gewartet hatte. Sofort schwor sie, dass sie die Himmelsschwelle erklimmen, die Sterne ergreifen und ihr Licht zu allem unter dem Himmel bringen würde. Doch der Weg zur Himmelsschwelle war unermesslich gefährlich. Man musste zehntausend Bergrücken überqueren, tausend Li Flüsse und Sümpfe durchwaten, Blütensamen aus der Schwebeblüten-Wildnis sammeln, sie mit Himmelswasser aus dem Teich des Zitternden Lichts gießen und sie sorgfältig in Harmonie mit den Jahreszeiten von Himmel und Erde pflegen. Nur dann konnte der Weg zum Himmel gelegt werden. Obwohl sie wusste, wie schwer es sein würde, zögerte das Wang-Mädchen nicht. Noch am selben Tag machte sie sich auf den Weg, weit wandernd in unruhigem Flug. ... Teil XXVI: Glänzend mit Sonne und Mond Sieben Jahre vergingen mit diesem Unterfangen. Sie ertrug Strapazen auf der Straße, überquerte Berge und Flüsse und überwand unzählige Prüfungen, bis sie endlich die Himmelsschwelle erreichte. Das sternenbesetzte Geschirr hatte Jahrhunderte von Wind, Frost, Regen und Schnee überstanden. Sein Glanz war verblasst, und wenig war übrig geblieben. Doch endlich hatte es jemanden gefunden, der bereit war, sein Gewicht zu tragen und das Licht des Himmels wieder zu entfachen. Denn die Sterne waren nichts anderes als die in Himmel und Erde verborgenen Wahrheiten: die Wege der Landwirtschaft und des Webens, des Angelns und der Jagd, die Künste des Herstellens, die Prinzipien des Denkens. Es gab nichts, was sie nicht enthielten, nichts, was sie nicht umfassten. Doch selbst mit dem Schatz des Unsterblichen in der Hand war die Suche nach seiner wahren Bedeutung noch ein langer Weg vor ihr. Von jenem Tag an trug die Wang-Tochter die Sterne auf ihrem Rücken und folgte ihrem leitenden Licht durch die Welt, pflanzte Weisheit weit und breit, linderte die Leiden der Menschen. So erwarb auch sie sich einen Namen im Jianghu: Wolken-Herr.

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