Text
Text

Wen Wuque wurde vom leisen Murmeln von Sutras geweckt. Schmerzen durchzogen ihre inneren Organe, noch bevor di…

Wen Wuque wurde vom leisen Murmeln von Sutras geweckt. Schmerzen durchzogen ihre inneren Organe, noch bevor die Erinnerungsfetzen an die Oberfläche kommen konnten. Sie presste die Zähne zusammen, wissend, dass der Schmerz der Erinnerung noch schwerer zu ertragen sein würde. Der Verrat in Weiyang City, Wen Wuhens höhnisches Lachen, der brennende Schmerz zersplitterter Meridiane, das Blut, das aus dem Körper ihrer Mutter spritzte, als sie ihre Tochter vor Angreifern schützte... Sie konnte sich kaum daran erinnern, wie sie Weiyang City entkommen war. Ihr Geist war leer, bis auf einen klaren Befehl: Überlebe. Lass deine Mutter nicht im Stich. Sie zwang ihre Augen auf. Eine verfallene Hütte. Eine weißhaarige Alte Frau auf den Knien, die jeden Gott, den sie kannte, anflehte, ihre Tochter zu retten. Die Worte waren demütig, verzweifelt, und für einen Moment konnte Wuque fast so tun, als kämen sie von ihrer eigenen Mutter, die all die Liebe aussprach, für die sie nie Zeit gehabt hatte. Tränen durchtränkten das dünne Kissen. Als die Alte Frau hörte, dass sie sich regte, stürzte sie sich auf das Bett, ihre Knie zu taub vom Knien, um ihr Gewicht zu tragen. Sie fiel zu Boden und kroch den Rest des Weges zu Wen Wuques Seite. "Yingying, mein Yingying! Der Buddha hat erhört, sie haben dich zu mir zurückgebracht!" Wen Wuque wusste um die Endgültigkeit des Todes: Was verloren ist, ist für immer verloren. Niemand wird "zurückgebracht". Doch in diesem Moment wollte sie nichts sehnlicher sein als Yingying. Also versank sie in der Umarmung der Frau, zwei zerbrochene Jade-Stücke, die im schwachen Licht perfekt zusammenpassten.

Kommentare

Wen Wuque wurde vom leisen Murmeln von Sutras geweckt. Schmerzen durchzogen ihre inneren O… | Where Winds Meet Datenbank