An jedem regnerischen Abend entlang der Straße wird Chen Lin an jenen Tag erinnert... Regen verschwamm das Lic…
An jedem regnerischen Abend entlang der Straße wird Chen Lin an jenen Tag erinnert...
Regen verschwamm das Licht im Gasthaus. Wasser tropfte von der Spitze des geschlossenen Schirms des Mädchens, als sie leise einen Münzbeutel auf den Tisch schob. Er warf kaum einen Blick darauf. Der Beutel war kleiner als die Weinflasche an seiner Hüfte.
"Nicht genug", sagte er ungeduldig und senkte den Kopf wieder über sein Kassenbuch... bis eine Stimme hinter ihr erklang.
"Den Rest bringen wir auf." Er blickte auf. Eine Menge stand im Schatten, unberührt vom Licht. Im schwachen Schein erkannte er die Umrisse von Erhus und Pipas, Spuren von Bühnenmake-up noch auf ihren Gesichtern. Eine nach der anderen wurden juwelierte Haarnadeln und Silberstücke auf den Tisch gelegt, ihr sanftes Klirren wie Regentropfen, die in einen Teich fallen.
"Ich verstehe es nicht", murmelte er und musterte den wachsenden Silberhaufen. "Sogar der Kaiser schert sich nicht um den Krieg im Norden. Er ist tausend Meilen entfernt von eurer kleinen Bühne. Warum mischt ihr euch ein?"
Das Mädchen hielt seinem Blick stand, ihre Stimme leise, aber eindringlich. "Wir wissen nichts über den Hof, nur dies: Als alles unter dem Himmel verstummte, waren es General Wang und seine Männer, die im Norden standhaft blieben und der Welt zeigten, was wahre Entschlossenheit bedeutet."
"Das ist keine Kleinigkeit", sagte der Mann neben ihr mit gedämpfter Stimme. "Sie sind die Säulen, die uns alle tragen. Wenn sie fallen, wird keiner von uns stehen bleiben."
Chen Lin sagte nichts mehr. Er griff nach dem Kassenbuch voller Berechnungen und schloss es.
"Das Geld ist da. Ich nehme den Auftrag an."