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Leer. Ein nagendes, unerbittliches Leer. Seine letzte Münze ausgegeben, konnte er sich nicht einmal ein Stück …

Leer. Ein nagendes, unerbittliches Leer. Seine letzte Münze ausgegeben, konnte er sich nicht einmal ein Stück grobes Brot leisten. Nur zwei Optionen blieben: auf der Straße betteln oder mit streunenden Hunden um Essensreste kämpfen. An einem Marktstand stieg Dampf von frisch gedämpften Brötchen auf. Das fröhliche Ausrufen des Verkäufers ging ihm auf die Nerven. Er starrte auf den duftenden Nebel, Stolz und Hunger kämpften in ihm, und am Ende konnte er sich nicht dazu durchringen, die Hand auszustrecken. Besiegt zog er sich in einen verfallenen Tempel zurück, in der Hoffnung, der Schlaf möge den Schmerz lindern. Halb bei Bewusstsein hörte er jemanden fragen, ob sie den Ort teilen könnten. Er grunzte Zustimmung und drehte sich weg. Es war ja nicht so, als gehöre ihm der Ort. Als er in der Dämmerung erwachte, war der Fremde immer noch da, ein junger Mann, der in der bröckelnden Halle ein Feuer entfacht hatte. Gutaussehend, mit einer Aura aufrechter Würde, der Jugendliche zwinkerte nicht einmal bei seinen zerlumpten Kleidern, sondern winkte ihn warmherzig zu den Flammen. Der Bergabend brachte eine beißende Kälte, also lehnte er nicht ab. Der Junge plauderte frei heraus, stellte sich als Teehändler vor, der durch das Land reiste. Er blickte auf seine eigenen abgetragenen Ärmel und schwieg. Doch der Jugendliche schien seine Scham zu lesen, nickte zu den verstreuten Büchern in der Nähe. "Du musst ein Gelehrter sein. Ich habe Gelehrte immer bewundert." "Gelehrte sind nutzlos." Bittere Worte. Besser, man hält mich für einen Bettler. "Warum sagst du das?" Der Jugendliche zweifelte. "Ich vergrabe meinen Kopf in Büchern, blind für die Welt, und jetzt schlafe ich in Ruinen." "Nein", sagte der Jugendliche entschieden. "Eine ungerechte Welt braucht Gelehrte wie dich, um sie zu verändern. Wie kannst du dich damit abfinden?" Während sie sprachen, zog der Jugendliche sein letztes Stück Fladenbrot hervor und brach es in zwei Hälften. Er verschlang seinen Anteil gierig. War es das Essen oder die Worte des Jugendlichen, die ihn so aufwühlten? "Mein Familienname ist Chai. Und deiner?" "...Wei Daoji."

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