Es ist schwer zu glauben, dass Bai Rong in einem adligen und strengen Haushalt aufgewachsen ist. An dem Tag, a…
Es ist schwer zu glauben, dass Bai Rong in einem adligen und strengen Haushalt aufgewachsen ist.
An dem Tag, an dem sie volljährig wurde, wählte sie einen Pfirsichblüten-Jadeanhänger, um den Anlass zu markieren. Pfirsichblüten symbolisieren seit langem romantische Gefühle, und als ihr starrer, altmodischer Vater sie sah, geriet er sofort in Rage. Ihre Mutter versuchte, die Situation mit einem Zitat aus den Klassikern zu beruhigen – „Eine Tochter heiratet und bringt Harmonie in ihr neues Zuhause“ – doch die eigensinnige junge Bai Rong entgegnete ohne Zögern: „Pfirsichblütenwasser fließt klar, wo Mandarinenten oben baden.“
Ein Sturm aus Schelte und Bestrafung folgte unweigerlich.
Doch Bai Rong war von zarter und willensstarker Natur, gesegnet mit auffallender Schönheit. An einem Ort wie diesem wurde ihr, ob absichtlich oder nicht, oft die Schuld für Dinge gegeben, die außerhalb ihrer Kontrolle lagen.
„Wenn ihr alle darauf besteht, dass ich eine Verführerin bin, wäre es dann nicht eine Verschwendung des Namens, wenn ich nichts von Liebe wüsste?“
Aus Trotz trat sie dem Samtschatten bei und brach die Verbindung zu ihrer sogenannten Familie ab.
Nur ihre Mutter besuchte sie jemals in Kaifeng – Jahre später, als der zarte Charme des Frühlings bereits unzählige Verehrer zu Bai Rongs Füßen gebracht hatte. Ihre Mutter sagte wenig und tat noch weniger. Sie hinterließ lediglich den Pfirsichblütenanhänger und eine einzige Bemerkung: Selbst Geschichten von zwei verliebten Herzen und der Rückkehr einer Tochter nach Hause sind nicht immer etwas, das verurteilt werden sollte.
Verstand Bai Rong, was ihre Mutter meinte? Vielleicht hatte sie es längst vergessen. Doch sie ließ schließlich denselben Pfirsichblütenanhänger auf dem Blumenboot zurück, das der Mann sicher betreten würde.