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"Woher kommst du?" "Ich? Natürlich aus der Hauptstadt." "Es gibt viele Hauptstädte, welche meinst du?" "Die Ha…

"Woher kommst du?" "Ich? Natürlich aus der Hauptstadt." "Es gibt viele Hauptstädte, welche meinst du?" "Die Hauptstadt ist die Hauptstadt." Gui Zhongyan wurde am Ende der Tang-Dynastie in Chang'an geboren. Er log nicht – er war tatsächlich "aus der Hauptstadt". Doch das Leben in Chang'an war hart. Von Kindheit an streunte er umher und schlug sich mit einer Mahlzeit nach der anderen durch. Ohne Zuhause wurde Chang'an selbst sein Heim. Sein liebster Aufenthaltsort war die Drei-Kurven-Gasse, ein raues Viertel, in dem sich zwielichtige Gestalten tummelten – perfekt für seine Talente: Betrug, Schwindel und Gaunerei. Jeder in der Gasse kannte den scharfäugigen Jungen, der durch ihre Straßen streifte. Doch selbst Schurken treffen auf ihresgleichen. Bald schon wurde er von einem Meisterbetrüger hereingelegt und zu seinem Lehrling gemacht. Ihre Beziehung war alles andere als "harmonisch". Gui Zhongyan hatte stets das Gefühl, der Betrogene zu sein, und das wurmte ihn. Doch selbst diese turbulenten Tage fanden ein brutales Ende. Im Zhengyue des ersten Jahres der Tianyou-Ära zerstörte Zhu Wen Chang'an und zwang seine Bewohner mit dem Schwert zur Umsiedlung. Häuser wurden niedergerissen, und die Stadt weinte wochenlang. Gui Zhongyan war einer der Flüchtlinge, doch er weinte nicht. Er war gefühllos. Er hatte kein Zuhause mehr, keine Familie. Sein betrügerischer Meister hatte ihn ein letztes Mal belogen. Der alte Mann hatte geschworen, immer zu bleiben, doch er brach sein Versprechen. Gui Zhongyan warf ein Paar Würfel in seiner Hand – für diese verfluchten Dinge war sein Meister gestorben. Ein Jahrzehnt später leerte Gui Zhongyan in Kaifeng innerhalb von drei Tagen jede Spielhöhle der Stadt und erwarb sich den Titel "König der Spieler". Für ihn ging das Leben wie gewohnt weiter, doch für andere nicht. Seine Streiche hatten die Aufmerksamkeit der Obrigkeit erregt. Um der Verhaftung zu entgehen, schlich er sich auf den Geisterlicht-Markt und freundete sich in einer Schlägerei mit dem Dao-Herrn an, wodurch er dort zu einer festen Größe wurde. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er, dass er irgendwo hingehörte. Er erlebte Khitan-Invasionen, den Aufstieg der Neun Pfade der Sterblichkeit, den Sturz der Späteren Han durch die Spätere Zhou und die Überschwemmungen des Gelben Flusses... Durch all dies hindurch sah Gui Zhongyan alles und traf unzählige Seelen. In der sich ständig wandelnden Hauptstadt kamen und gingen die Menschen – einige flohen, einige wurden verrückt, einige starben. Doch er blieb unverändert: immer noch der schlaue Junge aus der Drei-Kurven-Gasse, wie ein uralter Baum, der Stürme übersteht und die Kreisläufe des Lebens akzeptiert. Außer wenn er fluchte: "Verdammtes Wude-Büro! Was für ein 'Unvergleichliches Gasthaus'? Ich werde...! Ich will nur nach Hause!" Ah, egal welche Dynastie, die Obrigkeit hatte ihn immer im Blick.

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