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Meine liebe Qiniang, Seit wir uns im Pfirsichhain trennten, ging ich zu jenem Bankett ohne Hoffnung, lebend z…

Meine liebe Qiniang, Seit wir uns im Pfirsichhain trennten, ging ich zu jenem Bankett ohne Hoffnung, lebend zurückzukehren. Dann erreichte mich die Nachricht von Palm-Meister Fierceness – klar und gewiss. Doch die Feinde drängen immer näher. Diejenigen, die uns helfen könnten, werden weniger; diejenigen, die mich tot sehen wollen, scheinen unendlich. Selbst mit seiner Hilfe sind unsere Chancen gering. Ohne ein Wunder wird der mir anvertraute Goldene Pfirsich vielleicht nie sein Ziel erreichen. Ich habe meine Wahl getroffen: Wenn ich im Kampf falle, werde ich mit dem Goldenen Pfirsich in den Armen im Gelben Fluss versinken. Lieber das Vertrauen eines sterbenden Freundes enttäuschen, als bösen Männern die Chance geben, ihn zu ergreifen und noch mehr Blut zu vergießen. Ein klägliches Ende, nicht wahr? An den Rand zu gelangen und doch zu scheitern. Und doch finde ich Trost darin – dein Herz hat das meine immer verstanden. Wann immer ich an jenen Tag denke, als Palm-Meister Sage mir erzählte, wie die Mönche ihr Leben gaben, um uns zu schützen, wie Köche und Heiler ihr Blut vergossen, um zu helfen... zerreißt es mir das Herz. Und nun kommt die Nachricht, dass unser Orden gelitten hat. Ich kann es nicht mit eigenen Händen rächen; stattdessen muss ich mich vor unseren Feinden verneigen und ihr Lügenspiel mitspielen. Der Gedanke lässt mich innerlich zerbrechen – jede Träne fühlt sich an, als sei sie mit Blut vermischt. Die ganze Loyalität und der Mut unserer Vorgänger ruhen nun auf mir. Wenn ich sterbe, könnten auch ihre Geschichten sterben, und die Welt wird sich nur an "Fang Bai den Verräter" erinnern. Wo kann ich diese Trauer, diese Hingabe niederlegen? Die Geschichte ist ein kalter Richter. Die Reise des Goldenen Pfirsichs nach Westen verschwindet bereits im Nebel der Mysterien. Zukünftige Generationen werden auf uns blicken, wie wir auf die längst Vergangenen blicken. Wer kann wirklich über Recht und Unrecht von Jahrhunderten entscheiden? Doch der Sturm ist gekommen, und unsere Ältesten sind gefallen. Wir können nur weitergehen. Ich kann nicht an deiner Seite alt werden. Ich kann nur hoffen, dass du sicher ins Höhlen-Tal zurückkehrst und den Rest deines Lebens in Frieden verbringst. Und ich hoffe, dass die Liebe, die du mir einst gegeben hast, stattdessen diesem zerrissenen Land geschenkt wird – den Unschuldigen, die in den Wirren gefangen sind, den Verlorenen und Einsamen, denen, die wie du noch nach Licht inmitten des Blutvergießens suchen. Wenn du das tun kannst, dann wird sogar mein kleiner, unscheinbarer Tod ein wenig Licht auf die Liebe werfen, die du in dir trägst. Mein Herz bricht, während ich dies schreibe. Mögest du Jahr für Jahr Frieden kennen. Fang Bai

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